Wer sich von der diesjährigen Build große Ankündigungen im Bereich Software oder Hardware erwartet hat wurde vermutlich enttäuscht. Die wirklich großen Enthüllungen sind ausgeblieben, allerdings gab es doch einige Leckerbissen die besonders in Erinnerung bleiben.

Cortana lässt sich nun mit Cortana Skills Hierfür ist nun zum Microsoft Bot Framework der Channel „Cortana“ dazugekommen. In Kombination mit den Cognitive Services und LUIS können nun Applikationen (unit of conversational intelligence) entwickelt werden die im Environment von Cortana laufen. Als Beispiel sei hier ein Pizza-Bestell-Bot genannt, der es möglich macht sich direkt über Cortana eine Pizza liefern zu lassen. Zusätzlich gibt es hier auch noch die Option mit Depth-Links Applikationen parametrisiert aufzurufen, d.h. der Pizza-Bot könnte die Pizza-App aufrufen und direkt in das Pizza-Auswahlmenü verweisen.

Um beim Thema Bot Framework zu bleiben, wird es zukünftig die Möglichkeit geben, Bots direkt im Bot Framework Portal über den Conversation Designer zu erstellen. Hierbei werden Schritte wie das Hosten auf Azure oder die Integration von LUIS automatisch erledigt. Der User kann dann über die Weboberfläche das Verhalten des Bots bestimmen. Dabei ist auch das modellieren von komplizierten Workflows, sowie die Integration von Webserviceaufrufen, als auch das Speichern von userspezifischen Daten scheinbar kein Problem. Ob dieses Tool wirklich die Programmierung (in Teilbereichen) ersetzen kann, bleibt abzuwarten. Funktionsumfang und Flexibilität machen bislang einen guten Eindruck.

Flexibel sind auch die neuen Adaptive Cards die es endlich erlauben eigene Cards für die unterschiedlichen Channels zu designen. Dabei versuchen sie den Spagat, zwischen den fixen Templates die man z.B. aus Facebook oder Twitter kennt und den Markup Sprachen wie HTML oder XAML zu schaffen. Damit ist es nun möglich das Layout der Cards selbständig zu erstellen, sowie Buttons, Input-Controls, Bilder und Texte frei zu verteilen. 

Zum Schluss noch eines der interessantesten Themen der Build: Project Rome. Vermutlich haben sich viele schon einmal eine E-Mail an die eigene Adresse gesendet, um ein File von seinem Rechner auf sein Smartphone zu bekommen. Microsoft schafft mit Projekt Rome eine API die eine Cross-Plattform-Experience über Windows, Android und iOS Geräten hinweg bilden soll um genau solche Abläufe zu vereinfachen. Im Grunde genommen ermöglicht die API die Kommunikation zwischen Apps über alle Devices des Users hinweg. Damit ist es z.B. möglich die PowerPoint Präsentation, die man auf seinem PC begonnen hat, (z.B. auf derselben Seite) auf seinem Surface fertigzustellen. Desweiten können Second-Screen-Experiences relativ einfach umgesetzt werden. Zum Beispiel öffnet Chatbot am Smartphone den Kalender am Windows PC, damit der User übersichtlich seine Termine kontrollieren kann.

Dies war nur ein kleiner Einblick in die Neuheiten der Build 2017, die mir persönlich als Highlight in Erinnerung bleiben. Ein weiterer Artikel bezüglich der Build wird in Kürze von meinem Kollege Bernd Hirschmann erfolgen.